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Egal was – Hauptsache, verlässlich

Dass die Triage so früh anstehen würde, konnten wir bei der Planung dieser Seiten noch nicht ahnen. Als aber dann Hafnium zum Massenhack führte, war rasch klar, dass es weder genug Intensivbetten für Microsoft Exchange gab noch ausreichend Security-Experten und IT-Forensiker.

Dieses Berufsbild stellen wir auf Seite 28 vor – es hat offenbar Zukunft. Und wer Verteidigungsaufgaben lieber im sicheren Staatsdienst besorgt, hat im „Cyber- und Informationsraum“ der Bundeswehr gute Chancen (Seite 32), ebenso wie in der jungen ZITiS. Forensiker sind in jedem Fall begehrte Spezialisten.

Eine Festanstellung ist in diesen unsicheren Zeiten generell eine valide Option, die viele Selbstständige in Betracht ziehen – auch wenn es merkwürdig erscheint, den ersten Arbeitstag nicht in der Firma, sondern im eigenen Homeoffice zu beginnen (Seite 12). Andererseits sind die Hürden für Freelancer nicht niedriger geworden, und Unternehmen werden bei der Auftragsvergabe zunehmend vorsichtiger, weil sie komplizierte Sozialversicherungsfälle fürchten (Seite 32). Ob es da nicht einfach das Beste wäre, als Informatiklehrkraft in den Schuldienst zu wechseln und sich bei nächster Gelegenheit verbeamten zu lassen? Die Vorstellung ist – von Berlin einmal abgesehen – durchaus realistisch; zumindest wenn es Ihnen nichts ausmacht, am Ende der Helpdesk für das gesamte Kollegium zu sein.

„Einmal IT-Admin, immer IT-Admin“ lautet das seufzende Fazit von Mehmet Toprak in seinem Schwerpunktbeitrag zum Heftstart (Seite 6).

Mehmet Toprak, IT & Karriere 1/2021

Tatsächlich sieht der freie Arbeitsmarkt für IT-Fachleute keineswegs so bedrohlich aus, wie man 2020 meinte, als die Arbeitslosenquote der Branche erstmals zu steigen begann. Wer sich mit der Games-Engine Unity auskennt, kommt zum Beispiel gut als VR/AR-Entwickler in der Industrie unter (S. 16). Die beschleunigte Digitalisierung und die Umschichtung von Projekten haben in den Unternehmen schlicht andere Prioritäten ergeben (Seite 26). Fähige Programmierer und Admins braucht man aber immer, DevOps, Cloud und Automatisierung sind thematische Dauerbrenner, ebenso das ewige Lied von der Cybersecurity. An Gewicht gewonnen hat auch der Bereich Customer Experience, die im Rückzug auf Online oberstes Gebot geworden ist. Das verschärfte Berufsbild hierzu heißt Customer Success Manager (Seite 22); solche Spezialisten sollen Kunden begleiten, abfangen, vertreten, umsorgen und sich vor allem darum kümmern, dass deren Journey immer weitergeht. Auf technischer Seite sehen unterdessen Site Reliability Engineers nach dem Rechten (Seite 20); sie achten darauf, dass die oft recht flüchtigen IT-Konstrukte aus Microservices und gusseisernen Kundendatenbanken zuverlässig verfügbar bleiben.

Quelle: IT & Karriere 1/21 in iX 5/21 und c’t 9/21

Matomo