Meine erste Rezension führt mich zu Michael Kausch. Der Schreiber muss es wissen. Und ich fühle mich pudelwohl.*
Nicht nur wegen Kauschs gekonnter Hommage an Udo Lindenberg via Hark Bohm in einer anspruchsvollen Buchbesprechung, sondern vor allem auch wegen seines ehrlichen Eingeständnisses einer krassen Einstellung, die mir als Frischling „Tief im Westen“ zum Kotzen oft begegnet ist.
Viele „Wessis“ (die vor der Wende „Bundis“ waren) dachten über „Ossis“ (die noch lange nach der Wende weiterhin „Zonis“ genannt wurden), wenig Gutes.
Im besten Fall hatten sie mit einem, der wie ich aus selbstbestimmten Gründen „rübergemacht“ ist, ein bisschen Mitleid und spendeten ausrangierte Möbel oder abgelegte Kleider. Im schlechtesten Fall hielten sie „Republikflüchter“ für sowas wie Verräter einer vermeintlich guten Sache.
Je akademischer, desto komplizierter. Je journalistischer, desto spinnerter. Selten real interessiert.
Die meisten „Salonkommis“, wie ich die klügsten unter ihnen damals kategorisierte, konnten furchtbar klug über den Sozialismus im Allgemeinen und die DDR im Besonderen schwadronieren, solange sie selbst dort nicht leben mussten.
Freiwillig tauschen, vom Westen in den Osten ziehen und auf westliche Privilegien verzichten wollte keiner.
Nur ich, der im Osten geborene aber die freie Marktwirtschaft bevorzugende Individualist, hätte (hinter vorgehaltener Hand) drüben bleiben und dort für einen besseren „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ kämpfen sollen.
Fernweh war für Besserwisser kein wirklich guter Grund für eine Republikflucht – damals vor 40 Jahren und in gewissen Kreisen.
Die meisten Menschen im Westen denken weniger kompliziert und zeigen kaum Interesse an ausführlichen Details. Schießlich war und ist das Leben im Westen hart genug. Und der Osten j.w.d. – „janz weit draußen“ oder einfach nur „drüben“.
Deshalb berührt es mich sehr, wenn der promovierte Soziologe, erfolgreiche Unternehmer und gefragte Kommunikator Dr. Michael Kausch in seiner sehr persönlichen Rezension meines Buchs „1984 – Der 18-Jährige, der einen Zettel schrieb und verschwand“ in seinem Blog schreibt:
„Ich war blinder als Thomas. Und er war mutiger. Er ist eben nicht „geflohen“, sondern hat ein uraltes Menschenrecht eingefordert… Heute habe ich davor Respekt und ich schäme mich ob der Arroganz, mit der ich damals „Republikflüchtlingen“ begegnet bin.“
*Das ist mal wieder eine Anspielung, wie so oft in Jannots Texten. Im Original von Udo Lindenberg geht es um Øle Pinguin: „Meine letzte Expedition führte mich zum nordischen Pol. Die Bellos zogen die Schlitten. Und wir fühlten uns pudelwohl…“
Nützliche Links
Das Buch „1984 – Der 18-Jährige, der einen Zettel schrieb und verschwand“ gibt es in vier Formaten zu unterschiedlichen Preisen.
- Gebundene Ausgabe (Hardcover) mit Bildern, authentischen Dokumenten, Umschlag und Lesezeichen, ISBN 978-3-946487-20-3 zum Preis von 39 Euro bei Amazon, Thalia und Books on Demand (BoD)
- Gebundene Ausgabe (Hardcover) mit Bildern und authentischen Dokumenten, ISBN 978-3-946487-17-3 zum Preis von 28 Euro bei Amazon
- Taschenbuch (Paperback) mit Bildern und authentischen Dokumenten, ISBN 978-3-946487-18-0 zum Preis von 19,80 Euro bei Amazon
- E-Book ohne Bilder und Dokumente, ISBN 978-3-946487-19-7 und 978-3-946487-25-8 zum Preis ab 0 Euro bei Amazon bzw. Google Play Books
Der 18-Jährige, der einen Zettel schrieb und verschwand, ist endlich im Buchhandel‼️
