Von der ursprünglichen Einrichtung im November 2005 sind nur der Bodengrund und zwei Echinodorus geblieben. Sämtliche Pflanzen, Steine und Hölzer habe ich nach etwa einem halben Jahr entfernt. Während ein Papageienblatt vergilbte, wucherte die übrige Flora, wenn ich sie nicht einmal pro Woche stutzte. Außerdem hatte ich zu viele Echinodorus gesetzt, die sich gegenseitig behinderten. Nur zwei Mutterpflanzen behielt ich übrig, die ich regelmäßig ausdünne.
Wesentlicher Grund für die anormalen Ergebnisse in den ersten Monaten dürften zu hartes Wasser und ungünstige Lichtverhältnisse gewesen sein. Außerdem war das Wasser mindestens zwei Grad Celsius kälter als das digitale Thermometer anzeigte, was eine dauerhafte Algenplage zur Folge hatte. Mit der Rodung der meisten Pflanzen verschwanden auch die Algen.
Ende 2006 tauschte ich die vier Leuchtstoffröhren in der Abdeckung gegen eine Hängeleuchte von Giesemann mit nur drei Röhren und programmierbaren Sonnenauf- und untergängen und Wolkenphasen aus. Der viel zu kleine Diffusor des CO2-Reaktors, den ich im Frühjahr 2006 installierte, machte hässliche Geräusche und verstopfte häufiger als gedacht, weshalb ich ihn gegen einen vielfach größeren Flipper von Dennerle ersetzte. Außerdem aktivierte ich eine Nachtabschaltung, um Kohlenstoffdioxid zu sparen.
Nach Experimenten mit verschiedenen Wasserproben kaufte ich Anfang 2007 eine Umkehrosmose-Anlage von JBL und wechselte über ein viertel Jahr gestreckt 500 Liter altes Wasser im Aquarium gegen gedüngte Osmose. Außerdem lasse ich kein Leitungswasser mehr ins Becken. Die Bilanz sind deutlich günstigere Wasserwerte ohne messbare Schwankungen.
Von den Fischen haben die stärksten überlebt. Zwei von drei Harnischwelsen sind unmittelbar nach dem Einsetzen in 2005 verendet. Seit dem verwende ich ein Quarantänebecken, in dem ich neue Fische eine Woche beobachte, bevor ich sie ins große Becken lasse. Drei von fünf Roten Schwertträgern sind in 2006 und 2007 gestorben. Zwei Männchen dürften sich an den drei größeren Weibchen schlicht verausgabt haben. Die Lebendgeburtenrate war beachtlich (und willkommenes Futter für Skalare). Ein Weibchen erkrankte 2007 mit unbekannten Symptomen und starb. Von den sechs Skalaren ist nur der gestorben, den ich von einem Freund erhielt und der von Anfang an Ausfallerscheinungen zeigte. Die anderen Skalare haben sich gesund entwickelt und ihre Reviere unmissverständlich abgesteckt.
Sehr groß gewachsen sind auch die fünf Rüsselbarben, die eine lustige Clique mit herrlich zu beobachtenden Spielchen bildeten. Wenn sie nicht gerade synchron gegen die Strömung schwimmen, spielen sie „Reise nach Jerusalem“ auf Pflanzenblättern. Oder sie schnappen den Skalaren vorsätzlich das Futter vor der Nase weg.
Hinzu gekommen sind sechs Panzerwelse und zwei Prachtschmerlen, die wie Trüffelschweine ständig die 150 x 60 Zentimeter Bodengrund nach Futterresten und Schnecken durchwühlen. Letztere musste ich bis vor wenigen Wochen beinahe täglich von Hand absammeln, nachdem sie sich explosionsartig verbreitet hatten. Erst nach dem Einsatz von Prachtschmerlen sind sie keine Plage mehr.
Fazit: Nach etwa 18 Monaten hat unser Aquarium einen Zustand erreicht, bei dem das Hobby kein Stress mehr ist.
- Aktueller Fischbesatz:
- 5/6 Pterophyllum scalare
- 5/5 Crossocheilus siamensis
- 2/5 Xiphophorus hellerii
- 1/3 Peckoltia pulcher
- 3/3 Brochis splendens
- 3/3 Corydoras sterbai
- 2/2 Chromobotia macracanthus



