Was der Mensch Jackson durchmachen musste

Wer einmal unschuldig vor Gericht stand, weiß, was in einem vorgeht, wenn das eigene Schicksal in der Hand anderer liegt. In den unendlichen Minuten der Urteilsverkündung ist man furchtbar allein.

Welch’ würgende Überwindung wird es Michael Jackson gekostet haben, vor Menschen gerade stehen zu müssen, die vielleicht seine Musik nicht mögen, sein Äußeres ablehnen oder ihm den Reichtum neiden? Polizisten, die darauf warten, ausgerechnet ihm die Handschellen anzulegen. Gefängnispersonal, das scharf darauf ist, gerade ihm den gewohnten Luxus zu nehmen. Wärter, die damit angeben, besonders ihm sogar auf der Toilette zuzuschauen, damit er sich nichts antun kann. Gefangene, die sich vor allem über ihn, den “King of Pop” stellen, weil sie überzogene Zuneigung für Kinder abartiger finden, als Menschen zu ermorden.

Was geht in den schlaflosen Nächten der ewigen Woche vor der Urteilsverkündung in Jackson vor, in denen er sich ausmalt, worauf er bis zu 20 Jahre verzichten muss, wenn andere es so wollen?

Wie lange dauern wochenlange Verhandlungen, in denen Fremden nichts in Jacksons Privatleben heilig ist, um peinliche Einzelheiten auszubreiten und Rechtfertigung für persönliche Eigenheiten zu verlangen, die sonst niemanden etwas angehen?

Wie unsicher und vorverurteilt fühlt sich ein Mensch, wenn trotz einer Streitmacht von Anwälten, die er sich leisten kann, nach monatelangen Ermittlungen der Prozess in einer der unpopulärsten Strafsachen der Welt nicht mehr zu verhindern ist?

Es braucht einen eisernen Willen, das unbeschadet zu überstehen. Dabei ist abzusehen, mit welcher Heuchelei die Welt auf den nächsten Hit von Jackson reagieren wird, falls er überhaupt in der Lage ist, noch einen landen zu wollen.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>