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Verlust von AVDC hängt in den Knochen

Montag, 3. Oktober 2005

Anfangs hat es mir fast nichts ausgemacht. Schließlich kommt es in meiner Branche im Schnitt alle fünf Jahre zu solchen oder ähnlichen Katastrophen. Der Lebenszyklus von IT-Produkten ist eben arg begrenzt. Das gilt auch für Zeitschriften im Allgemeinen und experimentelle Neuerscheinungen im Besonderen. Trotz der schwierigen Zeiten hat unser Verlag dennoch allen Mitarbeitern faire Angebote gemacht.

Meine Redakteure können sogar ihre Jobs in anderen Objekten fortsetzen. Die über eine Woche währenden persönlichen Gespräche hinter verschlossenen Türen und anschließenden Büroauflösungen hinterlassen Spuren. Wie es mir dabei geht, fragen allerdings die Wenigsten. Mit intensiver Arbeit an anderen Projekten mühe ich mich, mir möglichst nichts anmerken zu lassen. Um nach Feierabend auf andere Gedanken zu kommen, habe ich mich entschlossen mir ein großes Panorama-Aquarium für Skalare und Diskusfische einzurichten. Die Gedanken darüber pusten tatsächlich den Kopf frei.

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1 Kommentar to “Verlust von AVDC hängt in den Knochen”

  1. gd sagt:

    Als seinerzeit das Windows Magazin mehr oder weniger überraschend eingestellt wurde, wachte ich am nächsten Morgen, ungelogen, unter Tränen auf. Ich hatte sehr, sehr viel Zeit und Energie in das Objekt gesteckt, das man da so ratzfatz dicht machte. Wenige Wochen zuvor waren wir auf einem sehr intensiven Arbeitswochenende in Österreich, auf dem wir das Heft von Grund auf neu konzipierten und mit der September-Ausgabe legten wir ein viel beachteten Relaunch des Heftes hin. Ich war nicht der einzige, der ziemlich stolz auf das Ergebnis war. Dann kam die Einstellung, das Redaktionsteam, das wir gerade erst aufgebaut hatten und dem zumindest ich noch einige große Dinge zutraute, wurde aufgelöst und ich fühlte mich, als wäre ich mit vollem Tempo gegen eine Wand gerannt.

    An dem Morgen habe ich mir geschworen, mich nie wieder so stark bei einem fremdbestimmten Projekt zu engagieren.

    Der gute Vorsatz hielt dann zwar nur bis pl@net, in das natürlich sofort wieder jede Menge Herzblut gepumpt wurde, aber immerhin hatten wir bei dem Blatt die Chance, ein paar Dinge auszuprobieren (bevor man uns draufkam und wir Zahlen vorlege mussten).

    Dass AVDC eingestellt wurde, ist nur ein bedauerlicher Beleg mehr dafür, dass die Branche leider extrem kurzatmig ist und schon von einem frisch gestarteten Magazin maxmale Leistung verlangt – was nicht geht und niemals ging. Früher, als bekanntlich noch alles besser war, da hatten neue Magazine schon mal zwei bis vier Jahre Zeit, bevor man auf die Zahlen schaute. Heute kann man mit etwas Glück zwei bis vier Ausgaben machen, bevor die Controller zuschlagen.

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