Ich gebe zu – ich bin ein mieser Blogger. Ich habe keinen Plan, worauf ich eigentlich hinaus will. Seit Jahren, nein, seit einem Jahrzehnt mache ich Websites. Davor habe ich in Mailboxen gemacht. Und ich war stolz, ein Compuserver zu sein. Genaugenommen wollte ich immer nur Gutes schreiben. Doch die Techniken haben sich laufend geändert.
Kaum hatte ich was verstanden, war mein Know-how auch schon wieder out. Jetzt kann es jeder. Und ich blogge, was ich früher schlicht geschrieben habe. Nur alles viel bequemer und im Schatten der ganz Großen. Helden wie wir, die es mit glücklichen Beiträgen über Jamba, Heidi Klum, das Bremer Sozialgericht oder “Du bist Deutschland” in die Schlagzeilen schaffen.
Dinosaurier wie ich bloggen ohne den Instinkt der Stars, die es wirklich draufhaben. Statt wie andere ungehemmt und fern des Dudens einfach wild drauflos zu posten, orientiert sich unsereiner an Verlagsvorgaben, Kundenwünschen, Steuervermeidung, Besitzstandwahrung und Honorarerhöhungen. Nix mit deftig rumprollen, alles besser wissen oder einfach nur dagegen sein. Stattdessen: Aufpassen. Keine Fehler machen. Niemanden auf die Füße treten. Sauber bleiben. Auf die Zunge beißen. Freundlich sein. Ach waren die Zeiten schön, als das Schreiben – sorry, Bloggen – eine Frage des Könnens war…



