Vor kurzem habe ich “Das Leben der Anderen” im Kino gesehen – ein anspruchsvoller Film über ein schwieriges Thema mit einer außergewöhnlichen Botschaft. Bevor ich darüber schreibe, muss ich aber meine inzwischen angestaubten Notizen über einen Lieblingsfilm zum Thema DDR loswerden:
Der Film ist sehr authentisch, äußerst kompakt und überraschend lustig. Zumindest konnten viele Ossis wirklich lachen. Haarscharf an Klischees vorbei, erinnert er theatralisch realistisch an die eigene Vergangenheit – die nicht so nahe an der Mauer verstörend ähnlich verlief.
Einen derart beweglichen “Mufuti” (Multifunktionstisch) wie in der Szene beim Besuch des ABV (Abschnittsbevollmächtigten) kannte ich zwar nicht. Aber der “Abküfi” (Abkürzungsfimmel) ist mir noch sehr geläufig. Und so herrlich kitschig der Schluss auch ist – so auffallend beiläufig geht beinahe unter, dass es nicht nur friedliche Demonstranten waren, die die Wende ohne Blutvergießen erzwangen. Es gab auch stille Helden in Uniform, die mit einer Geste wie der des Grenzers zum nervös an der Maschinenpistole fingernden Soldaten bedeuteten, es mal gut sein zu lassen. Ein falscher Wimpernschlag hätte die Katastrophe auslösen können.
Aber weil so viele Menschen auf beiden Seiten ruhig Blut bewahrten, bleibt die Wende aus meiner Sicht eine glückliche Verkettung unsäglicher Umstände, die in anderen Zeiten und an anderen Orten unweigerlich zu Krieg, Tod und Verderben geführt hätten. Ein weniger lustiges Beispiel mit einer unglaublich tiefsinnigen Pointe ist “Das Leben der Anderen”. Mehr darüber später.
