Wirtschaft

Merkblatt Gemeinschaftsgastronomie

BfR gibt Hygieneregeln für Großküchen heraus

Hygieneregeln in der Gemeinschaftsgastronomie, © BfR/aid infodienst

Kostenfreier Download (mehrsprachig)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigt sich besorgt, dass jedes Jahr in Deutschland rund 100.000 Erkrankungen gemeldet werden, die von Mikroorganismen in Lebensmitteln verursacht werden. Um diese Fälle zu vermeiden, müsste man bei der Lagerung und Zubereitung von Speisen unbedingt strikte Hygieneregeln einhalten. Solche Regeln für Mitarbeiter in Großküchen hat das BfR nun gemeinsam mit dem aid infodienst zusammengefasst und als Merkblatt in acht Sprachen veröffentlicht.

Laut BfR ist das Ziel zum einen, eine Übertragung von Krankheitserregern vom Menschen auf das Lebensmittel zu verhindern. Dazu gehörten Maßnahmen wie das regelmäßige und sorgfältige Händewaschen oder die strikte Trennung von Privat- und Arbeitskleidung. Außerdem dürften Mitarbeiter die Küche nicht betreten, wenn sie an Krankheiten leiden, die über Lebensmittel übertragen werden können.

Zum anderen müssen dem BfR zufolge Maßnahmen getroffen werden, die die Vermehrung von Keimen in Lebensmitteln und die Übertragung von einem Lebensmittel auf andere unterbinden. Dazu zählen z.B. das richtige Kühlen und Heißhalten der Lebensmittel sowie die getrennte Aufbewahrung von roher und gegarter Nahrung. Grundsätzlich führe ein ausreichendes Erhitzen der Speisen vor dem Verzehr dazu, dass die meisten Mikroorganismen abgetötet werden.

Das Merkblatt „Hygieneregeln in der Gemeinschaftsgastronomie“ gibt es in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Arabisch und Chinesisch beim BfR und beim aid infodienst als PDF zum Herunterladen. (Quelle: BfR/sp)

Gesundheitsmanagement im Mittelstand

Gesündere Mitarbeiter sind motiviertere Mitarbeiter

Claudius Kohdadad, Ars Vitalis

Gesundheitsmanagement? Das klingt nach DAX und Big Business aber nicht nach Mittelstand. Völlig zu Unrecht, denn auch mittelständische und kleine Betriebe sollten die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gezielt fördern. Dazu bedarf es keiner großen Investition. Gefragt sind vielmehr Sensibilität für das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Ideenreichtum. Unser Gesprächspartner Claudius Kohdadad, Berliner Sportwissenschaftler, Gesundheitscoach und Geschäftsführer bei Ars Vitalis in Berlin, weiß, wie das geht.

Gesundheitsmanagement gewinnt im Gefolge des demografischen Wandels in Deutschland in den großen Unternehmen immer mehr an Bedeutung, denn ältere Arbeitnehmer sind gesundheitlich anfälliger. Dieser Wandel betrifft aber auch kleine und mittlere Unternehmen. Was also tun? Können sich nur die großen Unternehmen eine gezielte Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter leisten? Claudius Kohdadad ist anderer Meinung.

Nur rund 15 % der Belegschaft seien laut Studien gewillt, in ihrem Betrieb Höchstleistungen zu erbringen, warnt Kohdadad. Den anderen fehle dazu die Motivation. Das lasse sich ändern, glaubt der Berliner Gesundheitscoach und nennt zwei geeignete Hebel: Zum einen könne eine sogenannte salutogene Führung das emotionale Engagement steigern, zum anderen führe auch eine gesteigerte Gesundheit zu mehr Engagement. Beides zusammen könne mehr bewirken, als monetäre Anreize, wie z.B. höhere Gehälter und Provisionen – das gelte vor allem für höher qualifizierte Mitarbeiter.

Das Prinzip der Salutogenese, das der salutogenen Führung zugrunde liegt, wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er Jahren entwickelt. Es beschreibt den Einfluss äußerer, darunter gruppendynamischer Prozesse auf das innere Wohlbefinden. Entsprechend verlangt das salutogene Führungsmodell, dass Anweisungen an Mitarbeiter sinnvoll, machbar und für den Mitarbeiter verständlich sein müssen.

Der leistungs- und motivationssteigernde Einfluss von sportlicher Bewegung und gesunder Ernährung auf das innere Wohlbefinden wiederum ist durch zahlreiche Studien, vor allem aus dem Leistungssport belegt. Viele der Erkenntnisse aus dem Leistungssport lassen sich problemlos auf den Arbeitsbereich übertragen, darunter die leistungsmindernde Wirkung von fettem und schwerem Essen sowie Bewegungsmangel.

Wie aber lassen sich diese Erkenntnisse ohne große Investitionen in mittelständischen Betrieben umsetzen – anders gefragt: Was kostet mittelständisches Gesundheitsmanagement? Claudius Kohdadad weiß aus seiner Erfahrung als Berater und Coach, dass sich allein mit pfiffigen Ideen und persönlichem Vorbild in kleinen und mittleren Betrieben bereits viel erreichen lässt.

So kostet z.B. die Gründung einer kleinen Betriebssportgruppe kaum etwas. Die positive Wirkung hingegen ist groß: Neben der körperlichen Bewegung und dem Spaß der Mitarbeiter am Spiel bietet eine solche Sportgruppe auch zahlreiche Gelegenheiten, informell und außerhalb der Arbeit einen „guten Draht“ zum Chef, aber auch zu den eigenen Kollegen zu finden.

Auch die Umstellung auf eine leichtere und gesündere Kost bzw. ein alternatives Angebot vegetarischer Gerichte für Mitarbeiter ohne schwere körperliche Arbeit kostet kaum mehr, wenn der Koch sein Handwerk versteht. Vielfach bedarf es dazu nur eines ausreichend deutlichen Anstoßes seitens der Geschäftsleitung.

Wer von unserem Experten noch mehr hören und sehen will, findet in Youtube zahlreiche Videos von und mit ihm. Viele davon enthalten Anregungen, die sich auch in kleinen Unternehmen umsetzen lassen. (ml)

Burn-out und Work-Life-Balance

Arbeitnehmer fühlen sich zunehmend gehetzt

Eine Gallup-Studie hat ergeben, dass sich Arbeitnehmer in Deutschland auf der Arbeit oft gehetzt fühlen (18 %) und gleichzeitig immer mehr Leistung erbringen müssen (24 %). Vor allem Beschäftigte in der Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren sehen sich einem größeren Druck ausgesetzt.

Laut Marco Nink von Gallup versuchen viele gerade in dieser Lebensphase, Karriere und Familie in Einklang zu bringen. Daneben gaben mehr Menschen aus den neuen Bundesländern (24 % gegenüber 16 % in den alten Bundesländer) an, dass sie sich auf der Arbeit gehetzt fühlen. Nink zufolge steigt in den ostdeutschen Bundesländern vor dem Hintergrund höherer Arbeitslosigkeit – aus Angst vor Erwerbslosigkeit – der Druck auf die Arbeitnehmer. Wie der Senior Consultant erklärt, haben viele Firmen dieses Burn-out-Problem bereits erkannt: „Optimistisch stimmt immerhin, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter auf die Unternehmensagenda rückt.“ Bei Gallup haben insgesamt 29 % der Arbeitnehmer angegeben, dass sich ihr Arbeitgeber für ihr allgemeines Wohlergehen interessiert.

Für die Untersuchung wurden 2198 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahren telefonisch interviewt. Die Infografiken zur Studie gibt es bei Gallup kostenfrei als PDF zum Herunterladen. (Quelle: Gallup/sp)

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