Good bye, Lenin! ist ein schlechter Witz

Neulich wurde ich gefragt, warum ich mich bislang nicht zu dem Film Good bye, Lenin! geäußert habe, nachdem mir Sonnenallee und Das Leben der Anderen so gut gefielen. Stimmt; diesen Film habe ich verdrängt. Das hat einen einfachen Grund:

In den Augen unbelasteter Deutscher, die “drüben” bestenfalls aus den Nachrichten kennen und im ungünstigsten Fall mit dem Titanic-Titel “Zonen-Gabi im Glück – meine erste Banane” assoziieren, mag die vermeintliche Tragikomödie kultiger Ossitrash sein. Meine Familie und ich sahen ihn anders. Zum einen weckte die hartleibige Kommunistenmutti in der Hauptrolle schmerzhafte Erinnerungen an bitterernste rote Pädagogen, die wir tatsächlich ertragen mussten. Zum anderen kamen mir Szenen wie der Polizeieinsatz sehr unangenehm bekannt vor.

Aus heutiger Sicht mag das Schnee von gestern sein, über den ich lachen können sollte. Damals waren es jedoch real existierende Lügen, die mein Leben bis zur Rente betoniert hätten, wenn ich 1984 nicht abgehauen, eingesperrt und freigekauft worden wäre. Für Utopien wie die Wende und Fantasien wie Good bye, Lenin! sind wirklich witzige Menschen im Knast gelandet … Das ist der Grund, weshalb ich über diesen Film nicht mal schmunzeln kann, weil er als Komödie gefeiert wird, die zum Lachen zu tragisch und zum Weinen zu irreal ist.

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