Flugzeuge haben im Zweiten Weltkrieg Tod und Verderben gebracht. Gesteuert wurden sie von Menschen. Persönlichkeiten, die lange vor dem Krieg den Beruf eines Flugzeugführers erlernten, den sie Jahre später ausüben wollten. Ungeachtet der wechselhaften politischen Verhältnisse, die jeweils herrschten. Der erste serienmäßig gebaute Düsenjäger der Welt, die Messerschmitt Me 262 war differenziert betrachtet nicht nur ein Mordwerkzeug, sondern auch ein technisches Meisterwerk, das zu fliegen, kluge und mutige Köpfe weit über ihre Grenzen hinaus forderte.
Umso mehr faszinieren mich Menschen, die bis heute alles dafür geben, Erinnerungen wach zu halten. Menschen wie der Testpilot Wolfgang Czaia, der sein Leben für Projekte aufs Spiel setzt, die einzigartiger nicht sein können. Gestern erreichte mich der aufwändig gestaltete Bildband “Projekt 262″ mit handschriftlicher Signatur von ihm.
Das Buch ist auf den ersten Blick die Dokumentation besessener Männer, die es noch einmal wissen wollten. Doch wer die ZDF-Reihe “Göring – eine Karriere” gesehen und die Bücher “Schafweide”, “Falkenjahre”, “Feindberührung”, “Mein Flugbuch” und “Gott oder ein Flugzeug” gelesen hat, weiß, wie viel komplexe Weltgeschichte dahinter steckt. Historie, die sich mit Bildunterschriften, Zahlen und Fakten allein nicht erfassen lässt.
Persönlich stimmt es mich immer wieder zuversichtlich, dass es Menschen wie Dr. Kurt Braatz gibt. Der Herausgeber dieser Bücher trägt in beharrlicher Detailarbeit zusammen, was im Sendebewusstsein Mainstream-orientierter Medien bestenfalls vergilbte Papiere über größtenteils anonyme Individuen einer mörderischen Epoche sind, die außer Tod und Verderben eben auch Einzigartigkeit und Sachverstand erlebte.
Das “Projekt 262″ ist das neueste Buch des Moosburger Verlags NeunundzwanzigSechs. Ihm liegt eine sehenswerte DVD mit authentischen Filmaufnahmen aus dem “Tagebuch des Testpiloten” bei, die die Fotos im Buch im wahrsten Sinn des Wortes zum Leben erwecken – Bruchlandung inklusive (ISBN 10: 3-9807-9357-5 und ISBN 13: 978-3-9807-9357-5).





Maschinen töten nicht. Menschen töten mit Maschinen. Und am schlimmsten ist es, wenn Menschen mit Maschinen töten müssen, um selbst nicht getötet zu werden. Zum Glück können davon nur noch über 80jährige berichten. Aber ihre Stimmen festzuhalten, verhindert Kriege vielleicht eher als manche gelehrte Abhandlung. -