4:55 Uhr aufstehen und mit 250 km/h zum Flughafen. Lufthansa nach Heathrow. Von dort je nach U-Bahn ein- bis zweimal umsteigen und über King’s Cross zum Picadelli Circus. Dann 10 Minuten zu Fuß bis VNU Business Publications in der Broadwick Street. Obligatorischer Anruf nach Hause, dass man gut gelandet ist. Dann beginnt die Arbeit mit Kollegen. Ein Werktag, wie er hin und wieder im Verlagsgeschäft des Autors vorkommt.
Gestern wäre es anders gewesen. Zum Glück erreichte ihn der Anruf von zu Hause im Münchner Verlagsgebäude. Mit belegter Stimme fragt seine Frau, ob er denn schon die Nachrichten gehört hätte. Sie schalten ein Notebook mit DVB-T-Empfänger ein. Terrorangriff auf London. Betretenes Schweigen. Fast so wie am 11. September 2001. Nur dass diesmal keiner wirklich überrascht ist. Früher oder später wird es wohl in Rom und dann in Berlin krachen. Nächstes Jahr ist Fußballweltmeisterschaft. In die Stadien nicht weit von ihnen passen bis zu 66.000 Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, von kranken Fanatikern zufällig getötet zu werden, scheint inzwischen höher, als auf der Autobahn oder bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen.



