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Das Leben der Anderen ist wirklich anders

Dienstag, 26. September 2006

Dieser Film hat mich sehr bewegt. Seine Pointe ist einfach genial. Was meine Eltern überhaupt nicht kratzt. Sie wollten den Film nicht sehen. Die Generation 66+ hat die Zone zu lange ertragen und will sich die restlichen Jahre ihres Lebens nicht mehr konfrontieren müssen. Je nach dem, auf welcher Seite man stand, können manche Erinnerungen sehr belastend sein.

Auch ich hatte zunächst keine Lust. Nur der Schauspieler Ulrich Mühe machte mir Mut. So ein Film im Künstlermilieu mit exklusiven Westkontakten kann nicht viel mit der Realität meiner Neubaujugend gemein haben. Zumal mir einige Stereotypen mit ihrem Brechtgehabe schon damals furchtbar auf die Nerven gingen. Was ich schließlich zu sehen bekam, berührte mich schwer.

Die Handlung ist plausibel – solche Storys waren bekannt. In vielen Kreisen gab es Brücken zu dieser Szene mit ihren Problemen. “Willkommen im Club”, neigte ich deshalb zu denken. Doch dann nahm die Handlung eine andere Richtung: Ein Stasi-Offizier als anonymer Held! Angesichts der noch vielen offenen Wunden und der Schönfärberei von Krenz und Konsorten eine mutige Botschaft des Regisseurs. Hut ab vor dieser gekonnten Differenzierung, 16 Jahre nach der Wende. Denn nicht jeder Spitzel war leidenschaftlicher IM und umgekehrt.

Deshalb ist “Das Leben der Anderen” ein wertvoller Film. Weil er von guten Menschen in schweren Zeiten erzählt, was sie besonders wertvoll macht, wenn sie auf der falschen Seite stehen.

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