Die Frankfurter Rundschau beklagt in einem Kommentar die Harmlosigkeit der Stasiakten über den Altkanzler Dr. Helmut Kohl. Der Schreiber billigt “seriösen Medien” zu, den nicht freigegebenen und vermutlich spektakuläreren Teil ausschlachten zu dürfen.
Die Grenze zwischen seriös und unseriös wagt er nicht zu ziehen. So bleibt der demokratisch gewählte Staatsmann vorerst vor den unseriös erlangten Dossiers seines diktatorisch gestützten Staatsfeindes geschützt. Er läuft noch keine Gefahr, sich dafür rechtfertigen zu müssen, wann er wem hinter verschlossenen Türen was wie und warum gesagt hat. Es gibt gute Gründe, dass komplexe Weltpolitik nach angemessener Zeit auf das Wesentliche konzentriert in den Geschichtsbüchern steht.




Komfortabler geht’s doch kaum: Stasierbrochenes auf dem Silbertablett mundgerecht serviert bekommen und einzelne Brocken so lange durchkauen, bis hässlicher Brei übrig bleibt. Hinterher lässt’s sich dann besonders klug scheißen.